„Die schräge Phase I”, 2009, 35 x 35 x 55 cm

Hartholz bemalt

Wer an Hans Ginter denkt, denkt an einen liebenswerten, freundlichen, für alles offenen Sympathieträger – ruhig und humorvoll. Wer an Hans Ginters Kunst denkt, sieht kühle geometrische Berechnung, Genauigkeit und klare Farbgebung, im und um das Quadrat herum der absolut bevorzugten Figur in seiner konstruktiven Kunstwelt.

Das Studium in Basel und die Zeit als „Zeichenknecht” bei Stankowski haben seine künstlerische Entfaltung zweifellos geprägt, mit seiner Vorgehensweise, seiner Perfektion in der Bearbeitung übertrifft er in vielem nicht nur seine Lehrmeister sondern oft auch sich selbst.

Seine Bildbearbeitung geht langsam von der ruhigen, in der Einfachheit zentrierten Form über in eine Verschiebung der Figuren bis Irritationen entstehen, die den Betrachter an genetische Objekte erinnern. Mit einer technischen Finesse werden in seinen neuesten Arbeiten auch Lichteinflüsse von aussen einbezogen – Schatten-

wurf belebt das Bildereignis.

Auch seine Skulpturen gehen von dem Quadrat aus. Farbige Säulen bilden durchsichtige Würfel oder Reihen, die dem Betrachter bei jeder Bewegung neue Einblicke gestatten.

Hans Ginters Markenzeichen ist auch hier wieder die absolute Perfektion in Formsprache, Berechnung und Ausführung.

Die Zeit der Knechtschaft ist vorbei!

Er ist längst Meister geworden!

 

Marlis Weber-Raudenbusch