Die Farbe als Ausdrucksträger bestimmen die Arbeiten von Peter Lorenz. Er zeigt in seinen Gemälden den Willen zur subjektiven, abstrakt-expressiven Malerei. Ein breiter Pinselduktus kenn-

zeichnet sein Werk. Der Farbauftrag macht jeden Pinselstrich sichtbar und gibt den Bildern eine haptische Komponente.

 

 

Durch die konzentrierte Handhabung der verschie-

denen Farbtöne entsteht der scheinbar zufällige Relief-

charakter der Oberfläche. Peter Lorenz trägt die Farbe nicht in anonymer Gleich-

mäßigkeit auf, vielmehr macht er den Malgrund zum Aktions-

feld für die Niederschrift seiner persönlichsten Welterfahrung. Unter der Negierung des Gegenständlichen wird allein

ein ausgeglichener Dialog der Farben und Formen ange-

strebt.

 

 

Deshalb ist es auch konse-

quent, dass nahezu alle Werke titellos bleiben. Bei aller Befreiung vom Objekt kommt doch in einigen seiner Arbeiten die Vorliebe für die geome-

trische Form zum Ausdruck. Anfänglich sind diese Formen exakt begrenzt und begradigt, in den späteren Werken geht der Künstler dazu über, die integrierten Formen frei von Lineal und Zirkel zu gestalten. Überhaupt stellt Dynamik und Kraft eine wichtige Kompo-

nente in den Arbeiten des Künstlers dar.

In seinen Werken ist eine insgesamt zunehmende Automatisierung von Form und Farbe spürbar.

 

Kunsthistorisch haben sich schon Anfang des 20. Jahrhunderts etwa die Fauves, die deutschen Expressionisten und Kandinsky die Freiheit für die Farbe erkämpft. Eine weitgehende Befreiung brachte in den 50er Jahren Jackson Pollocks „action painting" – Kunsthistorisch haben sich schon Anfang des 20. Jahrhunderts etwa die Fauves, die deutschen Expressionisten und Kandinsky die Freiheit für die Farbe erkämpft. Eine weitgehende Befreiung brachte in den 50er Jahren Jackson Pollocks „action painting" – mit dem ausdrücklichen Verzicht auf jegliche Repräsentation von Form. Peter Lorenz kommt, in dieser Tradition stehend, zu einer eigenen Bild-sprache und schlägt fast spielerisch den Bogen von der geometrischen zur expressiven Abstraktion. Durch diese Orientierung zwischen Nichtform und Form wird eine Spannung zwischen Chaos und Ordnung erzeugt, die häufig ihren Kulminations-

punkt in einer eruptiven Farbkonstellation hat. So wird nicht nur die Farbe, sondern die gesamte Komposition zum subjektiven Emotionsträger. In der Folge hieraus ergibt sich eine eigene Ordnung in den Bildern von Peter Lorenz und damit die Möglichkeit unab-

hängig zu wirken.

 

 

Monika Gohlisch-Gaßner

„o.T.“, 2004,

60 x 50 cm, Acryl auf Leinwand

„o.T.“, 2009, 

60 x 50 cm, Acryl auf Leinwand